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Trotz Schlamm - Fun am Gurnigel
Eigentlich hatten wir im Mittelland hervorragendes Herbstwetter. Je näher wir aber Richtung Gantrisch-Gebiet fuhren, je miserabler wurden die Aussichten. Im schönen Gürbetal hingen die Nebelschwaden, oder waren es schon Regenwolken, tief in den Taleinschnitt. Der Racer neben mir brummte etwas wie „das regnet sicher dort oben, wenn wir ankommen“. Also regnen tat’s noch nicht, aber der Tiefdruckausläufer hat auf den Bären-Wirt übergegriffen. Oder war’s eher die Gier nach Geld. Jedenfalls schickte er seinen Knecht mit Schreibblock und Brotkörbli ins Fahrerlager, um 25.—Stutz pro Standplatz einkassieren zu lassen. Der arme Mann hatte schon eine stattliche Summe in seinem Notportemonnaie, als die massiven Interventionen durch ACS und FHRM den Wirt zur Vernunft brachten. Alles Geld musste wieder zurückgegeben werden, und der Haussegen in Rüti hing wieder an seinem Platz. Dazu möchte ich nur sagen, wir sind ja gutmütig, aber so übers Näscht abe lassen wir uns dann doch nicht ziehen.
Nach und nach füllte sich das Fahrerlager. Wichtig war, das rekognoszieren des Lagerplatzes zu Fuss, um dann mit dem Fahrzeug in einem Zug einzufahren. Glück hatten die Geschicktesten, die ihre Camper nicht schon beim Ankommen versenkten. Alles war bodenlos. Es gab keine guten oder besseren Plätze nur schlechte oder unmögliche. Aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Das Fahrerlager „Sumpf Nord“ wurde mehr von den „Solisti“ belegt (wohl weil leichtere Fahrzeuge) und die Side-Cars waren im Lager „Sumpf Süd“ stationiert. Unsere Tessiner Freunde welche erst spät in der Nacht und bei strömendem Regen ankamen sind zu bewundern. Nach mehreren 100 km Anreise montiert man die Schneeketten und ab mit dem Bus, bis an den Waldrand. Ich glaube, dem sagt man Idealismus oder einfach Freude an der Sache. Leider musste Michele und sein Vater wegen Defekt frühzeitig abreisen. Schade.
Der Regen-Sonne-Mix vom Samstag wurde am Sonntag dann vom Dauerregen abgelöst. Ein Wertungslauf konnte absolviert werden, dann hat der Veranstalter vorfeit gegeben, und alle wieder nach Hause geschickt. Die nötige Rangliste wurde mit dem 2. Trainingslauf vom Samstag und dem einen Wertungslauf vom Sonntag erstellt. Es ist sicher schade, dass das Saisonfinale keinen besseren Abschluss gefunden hat. Die je drei ersten der Schweizermeisterschaft bzw. des FHRM-Cup stehen nun fest. Die Siegerehrungen werden anlässlich des FHRM-Schlusshöck am ACHTUNG NEU: 3. DEZEMBER 2005 IM RESTAURANT ADLER IN BÄRAU stattfinden. Für die FMS-Meisterehrung bekommen die rangierten eine persönliche Einladung vom FMS Sekretariat aus Biel.
Da es sich bei diesem Bericht wohl um den letzten dieser Saison handelt, möchte ich euch allen danken. Für die gute Saison, für das Verständnis, wenn nicht alle so nach Wunsch gelaufen ist, für die Aufsteller bei Enttäuschungen, die gute Stimmung und nicht zuletzt für die guten Geschichten, wie jene vom Partner mit der kalten Schnauze, der seinen Meister zu später Stunde aus der Bar holt, damit am Morgen der Besichtigungslauf nicht verschlafen wird. Oder diejenige vom Klempner aus Niederbipp, der die Boiler-Entkalkung im „Rotlicht“ gerne mit einem „Büngli“ Gutscheinen verrechnen möchte (da wäre aber sicher s’Klempner-Trudi“ nicht so begeistert gewesen). Oder sein Seitenwagen-Fahrer, dem bei jedem Lauf vor lauter Aufregung die Magennerven verrückt spielen. Aber gewonnen hat das Dream-Team trotzdem!! Oder der neue Schweizermeister, dem beim „wilden Training“ am Freitag Abend der Töff aus der Hand gefallen ist. Sein Mitfahrer, welcher drunger cho isch, kam mit blauen Flecken davon. Gott straft sofort! Oder der treue Schorsch, der an allen Orten und bei jedem Wetter mit von der Partie war, in Boécourt auf dem Kransockel, in Corcelles auf dem Sitzplatz am Gurnigel unter der Laube geschlafen hat und bei strömendem Regen wieder nach Hause gefahren ist. Auch er gehört mittlerweile zum Bild FHRM. Danken möchte ich auch dem Pesche. Ohne ihn und sein „Geht nicht, gibt’s nicht“ gäbe es die FHRM nicht und somit auch keine FHRM-Geschichten. Die Zusammenarbeit mit dir macht Freude. Ein ganz besonderer Dank geht an meinen Mann. Zu Gunsten der Gruppe musstest du auf viele kleine und grössere Annehmlichkeiten und Handreichungen verzichten. Du hast mir das Führen des FHRM-Sekretariats in der heutigen Form möglich gemacht. Mi còrazon du bist selbständig geworden! Ich freue mich über Deinen 2. Platz in der Schweizermeisterschaft und gratuliere ganz herzlich.
Es gäbe noch viel zu erzählen und Sprüche bis a Bach abe, aber die Saison ist zu Ende. Ich freue mich auf die Saison 2006, wenn Mister Ducati wieder im „Négligé“ durch den Rennpark spaziert und sich männiglich nach ihm umsieht.
Härzliche Dank und häbet e gueti Zyt.
13.9.2005 evb
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